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Verglichen mit vielen ambitionierten Volksläufern, hielt sich mein Trainingsumfang über lange Jahre stets in Grenzen. Diese wurden mir von meinem Bewegungs-apparat gesetzt. Das Verringern des Trainingsumfangs geschah nie freiwillig, meist waren es die Knie-Gelenke, die Probleme bereiteten.

Erst nachdem ich ein regelmäßiges leichtes Krafttraining begann (1999), konnte ich ein höheres Laufvolumen vertragen. Seit 2006 lege ich im Sommer den Schwerpunkt auf das Rennradfahren, was offenbar den Kniegelenken gut bekommt. Seit vielen Jahren nehme ich täglich Glucosamine und Chondroitin in Kapselform. Das soll als Knorpelnahrung dienen. Ich glaube dran, doch mancher in meinem Umfeld rollt dazu nur mit den Augen.

Die altersbereinigten Zeiten machen deutlich, dass ich erst mit 50+ so richtig in Form gekommen bin. Unverändert ist aber meine Leistung um so schlechter, je länger die Strecke ist (siehe performance grade). Daran werde ich jetzt nichts mehr ändern, denn lange Läufe fallen noch schwerer als früher.

Jahresückblick 2025: Es bröckelt weiter ... Der Wiederaufbau nach der Meniskus-OP zog sich hin. Als Folge waren der Halbe in Lissabon und der pflichtgemäße London-Marathon am Ende über viele Kilometer nur Quälerei.

Die Erfolge des Sommers sind schnell aufgezählt. Ein gelungener kurzer Trail-Run mit AK-Sieg in Gigondas. Dann doch nochmal der Gran Fondo auf den Ventoux, dabei gar nicht mal so schlecht. Schließlich die Traum-Erfüllung: Halbmarathon auf den Ventoux gefinisht, wenn auch langsam. Und dann der Jahreshöhepunkt: Die Deutschland-Radtour fast beendet.

Dieses Glück war bald vorbei und ich musste die größten je gespürten Schmerzen erleben. Viel zu spät wurde der 1,5fache Bandscheibenvorfall diagnostiziert. In Frankreich gab man mir nur immer wieder Schmerztabletten, wir mussten nach Hause fliehen. Die Spritzentherapie schlug an, aber der Nerv nervt bis heute. Unendlich langsam komme ich zurück, ein Hoffnungsschimmer glimmt auf mit dem vorsichtigen Comeback beim Silvesterlauf über bescheidene 5 km.

Alles was 2026 noch geht, ist ein Gewinn. Ich werde es zu schätzen wissen.

Ich bin Jahrgang 1953. Bis 1985 habe ich hauptsächlich Fußball und Badminton gespielt. Dazu mit allen nur möglichen Lastern gelebt, 20 Glimmstengel pro Tag und keine Scheu vor Alkohol. Meine Lieblingsmahlzeit war Schnitzel mit Pommes und Erbsen oder die dicke Bockwurst von Dönninghaus in Bochum. Seitdem ist einiges anders. Kein Tabak, kein Schabau, nur ab und zu ein Gläschen Wein (inzwischen allerdings zu häufig), und waschechter Ovo-Lacto-Vegetarier. - Und ehrlich: Das ist erst der wahre Genuß!
2024: 40 Jahre Vegetarier und ich lebe immer noch!

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